Die Entwicklung der Alpen - Ökologie und Geschichte

Am 6. Juni diesen Jahres startete der Seminarkurs der Geschwister-Scholl-Schule in Leutkirch in Richtung Prad am Stilfser Joch. Zwölf Schüler sowie zwei Lehrer machten sich mit Fahrrädern und Präsentationen im Gepäck auf den Weg. Start der Tour war um 8.30 Uhr am Haupteingang, von dort bewegte sich unsre Gruppe Richtung Oberstdorf. Den ersten Halt machten wir in Missen-Wilhams am Stixner Lift, dort hielt Timo Schwarz seinen ersten Teil der Prästation zum Thema „Zukunft der Skigebiete in den Alpen“. Gegen 11.30 Uhr erreichten wir Immenstadt und gönnten uns eine kleine Mittagspause bevor wir unser zweites Ziel in Oberstdorf erreichten. An einem Parkplatz erwartete uns Sarah Greither und informierte uns über die „Bebauung der Alpen – unter ethischen Gesichtspunkten“ am direkten Beispiel der Gemeinde Oberstdorf. Von unserem Etappenziel des Tages waren wir nur noch eine Präsentation und rund 15 km entfernt. Raphael Buffler präsentierte zum Thema „Liftanlagen in den Alpen“ an der Talstation am Fellhornlift.

Anschließend fuhren wir das letzte Stück an diesen Tag bis zu unserem Schlafquartier, dem Gasthof Einödsbach, dem südlichsten ganzjährig bewohnten Punkt Deutschlands.

Der erste Tag endete für uns nach 80 Kilometern Strecke und einer reinen Fahrzeit von rund 3 Stunden und 40 Minuten.

 

Nach dem Frühstück im Gasthof Einödsbach fuhren wir um 8 Uhr Richtung Schrofenpass. Gleich zu Beginn mussten wir unsere Fährräder durch den Wald schieben, da es für uns unmöglich war den Wanderweg zu befahren. Nachdem wir schon 350 Höhenmeter überwunden hatten, machten wir an der letztgelegenen Hütte Rast. Von dort aus ging es weiter über den Schrofenpass, der in die nahezu senkrechte Felswand geschlagen wurde. Teamwork und Rücksicht waren ein unabdingbares Mittel, um mit höchstmöglicher Sicherheit die steilen Abschnitte und Tragepassagen zu bewältigen. Am obersten Punkt befanden wir uns dann auf 1680 m über NN und fuhren somit 570 Meter bergauf. Unten am Pass kamen wir schlussendlich in Lechleiten wieder auf eine geteerte Straße, die uns hinauf nach Warth führte. Nach einer kleinen Pause hielten Raphael Buffler und Timo Schwarz den zweiten Teil ihrer Vorträge über „Liftanlagen“ und „Zukunft der Skigebiete in den Alpen“ an den Liftanlagen in Warth. An unserer nächsten Station in Lech hielt Martin Fimpel seinen Vortrag über „Zukunft der Milchwirtschaft in den Alpen“ an einer Kuhweide. Kurz vor dem Tagesziel Zug, dass 3 km hinter Lech liegt, präsentierte Kilian Gaile seinen Vortrag „Gipfeldenkmäler“. Nach dem Abendessen hielt Maik Anwander noch an unserer Unterkunft seinen Vortrag über den „Einfluss des Tourismus auf die Flora und Fauna in den Alpen“. An diesem Tag kamen insgesamt „nur“ 25 km zusammen, doch einige Höhenmeter und die Tragepassagen waren anstrengend genug.

Die dritte Tagestour unserer Alpenüberquerung startete an der Pension Alwin (eine super Pension mit hervorragendem Essen und Saunabereich) in der Nähe von Lech. Von dort aus fuhren wir über Zürs und den Flexenpass in Richtung St. Anton. Um St. Anton zu erreichen mussten wir den Arlberg überqueren, was die Oberschenkelmuskulatur in Stimmung gebracht hatte. Den höchsten Punkt unserer Tour (1800m) überschritten, ging es über St. Anton bergabwärts in Richtung Landeck. Um die Präsentation von Adrian Branz über die „Rentabilität des Abbaus von Rohstoffen in den Alpen“ anzuhören, radelten wir zu der Firma Prantauer bei Zams. Nachdem wir die Gastfreundschaft der Familie Prantauer genießen durften, führte uns der Radweg am Inn entlang nach Prutz. Dort angekommen wurde das Kaunertaler Speicherwasserkraftwerk besichtigt. Danach wurde die Radtour nach Martina (CH) fortgesetzt. Von dort aus ging es über 300 Höhenmeter steil bergauf. Hier musste nochmal jeder an seine Grenzen oder über diese hinausgehen. Auf der Norbertshöhe oberhalb von Nauders angekommen, hatten alle einen riesigen Hunger. Von dort ging es nur noch bergabwärts in Richtung Nauders. Nachdem wir die Tagestour mit den meisten Kilo- (110km) und Höhenmetern (ca. 1800m) hinter uns gebracht hatten, verbrachten wir noch einen schönen Abend in einem gemütlichen Ferienapartment in Nauders.

Nach einem sehr anstrengenden Vortag sind wir am Donnerstag um 9.15 Uhr in Nauders von unserer Ferienwohnung in Richtung Süden aufgebrochen. Bereits nach etwa zehn Kilometern haben wir den Reschensee erreicht und nutzten die Gelegenheit, Präsentationen abzuhalten. Hierfür haben wir Unterschlupf vor der regnerischen Witterung mit Blick auf den See gesucht. Cenk Yagkan machte den Anfang und stellte uns den "Transitverkehr in den Alpen" vor. Danach ergriff Astrid Müller das Wort und brachte der Gruppe den Weg der „Schwabenkinder“ über die Alpen näher. Anschließend hat uns Michael Burger sein Thema "Wasserkraft - Eine sinnvolle und verantwortbare Art der Energiegewinnung in den Alpen?" detailliert vorgestellt. Gefolgt wurde dieser dann vom letzten Vortrag "Windkraft in den Alpen - Energieversorgung der Zukunft?", welcher von Johannes Schädler präsentiert wurde. Nach den zahlreichen Vorträgen wurde unsere Fahrt jäh durch einen platten Reifen unterbrochen. Trotz des kalten Wetters, mussten wir nochmals einige Minuten ausharren, während Rainer Heilig die Instandsetzung durchführte. Nach erfolgreicher Reparatur ging es weiter auf einer sehr schönen und schnellen Passage entlang des Reschensees. In Mals angekommen war es an der Zeit Energie zu tanken, deshalb trieb es uns in eine Pizzeria und in eine Eisdiele. Nach dem reichhaltigen Mittagessen hielt Maik den für heute letzten Vortrag und sensibiliserte uns für das Thema "Einfluss von Tourismus auf die Flora und Fauna der Alpen". Von Mals nach Prad galt es jetzt noch 12 Kilometer zu bewältigen, bis wir den Gasthof Stern, das Ziel, unserer Alpenüberquerung erreicht hatten. Zum Abschluss unserer erfolgreichen und schönen Fahrt, haben wir gemeinsam etwas gegessen und anschließend die Tour reflektiert. Es haben sich alle deutlich für weitere Radtouren ausgesprochen und die ganze Woche als einzigartige Erfahrung bewertet.

An unserem finalen Tag waren wir alle stolz auf uns, weil wir die Alpen erfolgreich und mit viel Spaß überquert hatten.

Nach einem letzten Frühstück um 8 Uhr ging es mit dem öffentlichen Bus auf nach Sulden am Fuße des Ortlers. Von dort aus konnten wir den Ortler betrachten und bekamen eine Präsentation von Florian Netzer über den „1. Weltkrieg in den Alpen“ zu hören. Danach warteten wir auf unseren Bus aus Leutkirch, der Carolin Grim zu uns bringen sollte. Carolin konnte wegen gesundheitlicher Probleme leider nicht an der Tour teilnehmen. Die Wartezeit vertrieben wir uns damit in der Sonne zu entspannen und über unsere Erlebnisse zu reden, die uns zu einem richtigen Team zusammengeschweißt hatten. Als der Bus dann eintraf, bekamen wir unsere letzte Präsentation zu hören. Carolin informierte uns über „die Gletscher in den Alpen – und was wir Allgäuer damit zu tun haben“. Danach ging es mit dem Bus wieder zurück zum Hotel, wo wir um ca. 12 Uhr ankamen. Beim Beladen des Hängers, mit unseren Fahrrädern, und Verstauen des Gepäcks half jeder wo er konnte. Um 13 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück nach Hause. Die Fahrt verlief ruhig und entspannt, da viele müde waren. Trotzdem erhielten wir noch eine letzten kleinen Vortrag von Adrian über die Schotterwerke, die wir aus der Ferne betrachten konnten. Auf dem Fernpass gerieten wir in einen kleinen Stau, was uns aber nicht aus der Ruhe brachte. Um kurz vor 18 Uhr kamen wir in Leutkirch an und unsere Tour wurde nach dem Ausladen der Fahrräder und des Gepäcks für beendet erklärt. Im Gesamten ist festzuhalten, dass wir gemeinsam alle einen großen Spaß hatten und solch einen Trip mit unseren Lehrern Rainer Heilig und Matthias Winstel gerne noch einmal machen würden. Ein großes Danke geht an unsere Sponsoren! Die Firmen „elobau“, „Allgäu BIKE SPORTS“, „ate“, „inallermunde“ und die „Kreissparkasse Ravensburg“ ermöglichten uns allen tolle Mannschafttrikots für unsere Alpenüberquerung.

Die SchülerInnen des Seminarkurses